Neuigkeiten am IAAEU

 

 

Ankündigungen

 


Ökonomisches Kolloquium am IAAEU
Am kommenden Dienstag, 11.12.2018 (18:00 Uhr, H714, Campus II), findet der nächste Vortrag im Rahmen des ökonomischen Kolloquiums statt, zu dem wir Sie herzlich einladen. Herr Professor Dr. Wolter Hassink von der Utrecht University wird zum Thema "How the Temp Agency Market Induces Gender Differences in Commute" referieren. Weitere Informationen finden Sie hier.


Wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen
Zum 01.03.2019 oder früher sind am Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU) gemeinsam mit der Professur für Personalökonomik an der Universität Trier zwei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (Doktorand/-in oder Post-Doc) zu besetzen. Weitere Informationen finden Sie hier.


Wissenschaftliche Hilfskräfte gesucht
Zum 01.02.2019 sind am Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU) an der Universität Trier zwei Stellen als Wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich EDV zu besetzen. Weitere Informationen finden Sie hier.


11. Workshop on Labour Economics
Das IAAEU und der Lehrstuhl für Personalökonomik der Universität Trier freuen sich, bekannt zu geben, dass der 11. Workshop on Labour Economics am 12. und 13. April 2019 stattfinden wird. Weitere Informationen finden Sie hier.


 

 

Preise, Auszeichnungen & Aktuelle Meldungen

 


"Arbeiten auf Plattformen"

Anlässlich der zunehmenden Bedeutung plattformbasierter Arbeit und den hiermit verbundenen Herausforderungen fand am 06.12.2018 in Berlin die Fachtagung "Arbeiten auf Plattformen" statt. Auf der von ver.di und der IG Metall organisierten Veranstaltung diskutierten Betriebs- und Personalräte mit Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik über die Erfahrungen mit plattformbasierter Arbeit und den bestehenden Handlungsbedarf. Das IAAEU war hierbei durch Dr. Thomas Klein und Dominik Leist vertreten. Dominik Leist stellte im Rahmen einer sog. "Poster-Session" einen Ausschnitt aus seinem Dissertationsprojekt zu Möglichkeiten einer kollektiven Interessenartikulation von Plattformbeschäftigten vor.

 

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Dr. Thomas Klein (links) und Domik Leist
Copyright Foto: Christian Jungeblodt


Gastwissenschaftler Dr. Clemens Buchen

Vom 26. bis 29. November 2018 war Dr. Clemens Buchen Gastwissenschaftler am IAAEU. Er ist Post-Doc-Forscher am Lehrstuhl für Management und Wirtschaft der EBS Universität. Dr. Clemens Buchen entwickelte zusammen mit Dr. Alberto Palermo ein Modell, das in der Lage ist, die Auswirkungen von wechselseitigen Anreizen auf die Ergebnisse der Teamproduktion in Unternehmen zu verdeutlichen.


Weiter, schneller, schlauer

So wie die antiken Olympioniken Trophäen von ihren Wettkämpfen sammelten, nutzten die Ökonomen des IAAEU den Sommer, um sich Verdienstabzeichen bei zahlreichen Konferenzen zu verdienen: wir waren bei 29 Veranstaltungen, von denen der größte Teil international und weithin anerkannt war. Innerhalb dieser Veranstaltungen haben wir 19 unterschiedliche Studien präsentiert.
Das erste Verdienstabzeichen wurde für herausragendes Networking verliehen. Sven Hartmann trug seine Forschung zum Thema Fremdenfeindlichkeit in die Welt hinaus, was umso relevanter war im Hinblick auf das steigende mediale Interesse an diesem Thema. Gabriel Schultze interagierte mit Spezialisten für SOEP-Daten. Das gesamte Team förderte zukünftige Kooperationsmöglichkeiten und lud externe Forscher dazu ein, ihre Arbeiten im Rahmen unseres Forschungskolloquiums zu präsentieren. Vor allem Alberto Palermo konnte viele Forscher überzeugen, in naher Zukunft nach Trier zu kommen.

Das zweite Verdienstabzeichen wurde für die umfangreiche Vertiefung mit den eigenen Forschungsgebieten verliehen. Konstantin Homolka hatte das Vergnügen, sich mit Martin Dufwenberg auszutauschen, um seine Forschung bezüglich Betrugsverhalten voranzutreiben. Des Weiteren diskutierte Sven Hartmann über den Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Fremdenfeindlichkeit mit Simon Gaechter.
Das dritte Verdienstabzeichen wurde für das Erweitern unseres Horizonts verliehen. Jede einzelne Veranstaltung hatte ein unterschiedliches Publikum – von der Theorie und industriellen Organisation (z.B. EARIE) über Institutionenökonomik (z.B. SIOE), Personalökonomie (z.B. WK Personalworkshop) und Arbeitsmarkttheorie (z.B. EALE) bis hin zu Veranstaltungen, die sich mit allen Teilgebieten der Ökonomie befassen (z.B. EEA). Weiterhin besuchten wir Workshops zu spezielleren Themen (z.B. Verhaltensökonomie und experimentelle Ökonomie, Unternehmensverwaltung). Wenn man eine Präsentation vor solch einem vielfältigen Publikum vorträgt, erhält man zwangsweise weit gefasste und inspirierende Kommentare, selbst wenn diese außerhalb des aktuellen Forschungsbereichs liegen. Beispielsweise erhielt Alberto Palermo bezüglich seiner Arbeit über Familienunternehmen Rückmeldungen von Theoretikern, empirisch arbeitenden Personalwissenschaftlern und Arbeitsmarktökonomen. Laszlo Goerke diskutierte seine Arbeit über Imperfektionen des Gütermarkts und die optimale Ausgestaltung des Arbeitsmarkts sowohl mit allgemein interessierten Teilnehmern als auch mit einem spezialisierten Publikum.
Das vierte Verdienstabzeichen wurde für das Erlernen neuer Fähigkeiten und Sinnzusammenhänge verliehen. Joanna Tyrowicz war besonders angetan von dem Keynote-Vortrag von Sascha O. Becker, der zum Thema erzwungener Migration referierte. Jonas Feld und Konstantin Homolka wussten die Hinweise für junge Wissenschaftler zu schätzen, die das Entwickeln von Forschungsprojekten, Networking und und den Präsentationsstil adressierten. Das Präsentieren vor einem großen Publikum, wie es bei Sven Hartmann während seines EEA-Vortrags über Fremdenfeindlichkeit der Fall war, ist ebenfalls eine Fertigkeit, dessen Verfeinerung sicherlich Früchte tragen wird.

Betrachtet man die Vielfältigkeit dieser Eindrücke, ist es kein Wunder, dass nicht einmal Verletzungen uns davon abhielten, tausende Kilometer zu reisen, um all diese zu erleben. Wir freuen uns auf die Sommer, die noch vor uns liegen!


The Future of Labour Law

Am 19. September 2018 fand in Miskolc, Ungarn, eine Konferenz zum Thema "Future of the Labour Law" statt. Nach der Eröffnung durch den ungarischen Finanzminister referierten namhafte Wissenschaftler und Gewerkschaftsvertreter aus Deutschland, Österreich und Ungarn. Die Konferenz wurde von der Universität Miskolc organisiert und vom ungarischen Finanzministerium sowie von der Europäischen Union unterstützt. Frau Schlachter hielt einen Vortrag mit dem Thema: "Bargaining collectively for self-employed service providers – EU-law under the influence of international law".

 

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Prof. Monika Schlachter als Referentin


Internationaler Workshop "Team Dynamics and Peer Effects" am 9. und 10. November 2018

Am 9. und 10. November 2018 richtete die ökonomische Arbeitsgruppe des IAAEU in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Personalökonomik der Universität Trier einen Workshop zum Thema "team dynamics and peer effects" aus. Im Vordergrund des Workshops standen Fragestellungen zum Verhalten und Entscheidungen in Teams. Des Weiteren wurden Untersuchungen präsentiert, die der Frage nachgehen, inwiefern sich die Leistung von Arbeitenden verändert, wenn Arbeitsprozesse nicht isoliert, sondern in der Anwesenheit anderer erbracht werden. Anknüpfend an die Beeinflussung der eigene Leistung durch andere im Teamkontext gehen Julia Müller (Universität Münster) und ihr Koautor dem klassischen Messproblem von der Leistung des Einzelnen im Team nach. Christian Grund (RWTH Aachen University) präsentierte ein Forschungsprojekt, in welchem mithilfe neuester virtueller Technik die Produktivität realer Probanden beeinflusst wird, die im Wettbewerb mit digitalen Avataren stehen. Seine beiden Koautoren und er konnten zeigen, dass die bloße Anwesenheit eines Avatars bereits die Produktivität erhöht und andere Faktoren vernachlässigbare Effekte haben. Im Anschluss an eine Vielzahl weiterer spannender Vorträge folgte ein Abendprogramm, welches direkt an die Thematik moderner Arbeitsentwicklungen anschloss: Im »»generator 2018 führte Andrea Diederichs durch eine Ausstellung zum Thema "Marx und digitaler Kapitalismus". Bei diesem Rundgang hatten die Teilnehmenden nochmals die Möglichkeit, die vorgestellten Forschungsprojekte mit künstlerischem Input zu reflektieren.
Insgesamt präsentierten während des Workshops 11 Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten. Das IAAEU und die Universität Trier waren hierbei durch zwei Arbeiten vertreten. Wir freuen uns für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops ein weiteres Mal ein Ort des wissenschaftlichen Austauschs und der Begegnung gewesen zu sein. Zudem danken wir besonders der Universität Trier für die Unterstützung des Workshops mithilfe Gelder der inneruniversitären Forschungsförderung. Weitere Informationen zum Workshop finden Sie hier.

 

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Impressionen des Workshops

 


Vortrag: "Die Rolle neuer Intermediäre bei der Aushandlung der Arbeitsbedingungen von Solo-Selbständigen"

Am Mittwoch, den 14.11.2018, stellte Jun.-Prof. Dr. Caroline Ruiner ihre aktuelle Forschung in einem Gastvortrag zum Thema "Die Rolle neuer Intermediäre bei der Aushandlung der Arbeitsbedingungen von Solo-Selbständigen" vor. Bezugnehmend auf die Ergebnisse des Forschungsprojekts "Kollektive Individualisierung – individuelle Kollektivierung?" führte sie aus, welche Rolle neue Intermediäre, wie z.B. Agenturen und Genossenschaften, bei der Aushandlung der Arbeitsbedingungen von hochqualifizierten Solo-Selbständigen spielen. Anhand von drei exemplarisch ausgewählten Berufsgruppen beleuchtete sie dabei, welche Aspekte der Arbeitsbeziehung in welcher Häufigkeit von diesen Intermediären ausgehandelt werden. Schließlich ging sie darauf ein, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf den Arbeitsmarkt und auch auf die Arbeitsbedingungen unselbständig Beschäftigter haben kann. Mit einer anschließenden Diskussion wurde der spannende und anschauliche Vortrag abgerundet.

 

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Impressionen des Vortrags

 


Dr. Benjamin Schwanebeck zu Gast am IAAEU

Vom 12.-15.11.2018 war Dr. Benjamin Schwanebeck als Gastforscher am IAAEU aktiv. Er ist Post-Doc am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Internationale Ökonomie, an der Fernuniversität Hagen. Gemeinsam mit Herr Dr. Marco de Pinto arbeitete Herr Schwanebeck an der Entwicklung eines neuen Forschungsprojektes. Bei diesem sollen vor allem die makroökonomischen Konsequenzen von Arbeitsmarktunvollkommenheiten unter expliziter Berücksichtigung von verschiedenen Finanzrestriktionen im Zusammenspiel mit heterogenen Firmen analysiert werden.


Forscher des IAAEU zu Gast bei Arbeitsmarktkonferenz der luxemburgischen Zentralbank

Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter der ökonomischen Arbeitsgruppe Jonas Feld und Gabriel Schultze nahmen am 25. und 26. Oktober 2018 am Labour Market Workshop in der luxemburgischen Zentralbank teil. Der Workshop hatte zum Ziel, den Austausch zwischen empirisch forschenden Arbeitsmarktökonomen in Luxemburg und seinen Nachbarländern zu fördern. Jonas Feld referierte auf der Konferenz über den Effekt nationaler Mindestlöhne auf die innereuropäische Arbeitskräftemigration und zeigte auf, dass Arbeitsmigranten Regionen steigender Mindestlöhne meiden. Gabriel Schultze präsentierte ein Forschungsprojekt über den Zusammenhang zwischen Gewerkschaftsmitgliedschaft und Überstunden. Die Studie zeigt, dass Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland etwa eine Dreiviertelstunde weniger Überstunden pro Woche leisten. Neben dem Wiedersehen vieler bekannter Gesichter aus dem Forschungsnetzwerk der Großregion, konnten auch neue Kontakte zu internationalen Forscherinnen und Forschern geknüpft werden. Bei Interesse an den Forschungsprojekten können Sie die Mitarbeiter gerne kontaktieren.


Urteil zum Beamtenstreikverbot

Mit Urteil vom 12. Juni 2018 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Beamtinnen und Beamten in Deutschland kein Streikrecht zusteht. Dr. Thomas Klein (Akademischer Rat am IAAEU) hat sich mit dieser Entscheidung eingehend auseinandergesetzt und kommt zu dem Ergebnis, dass die Begründung des Gerichts wesentliche Aspekte ausblendet bzw. unzureichend gewichtet. Insbesondere der verfassungsrechtlich garantierten Koalitionsfreiheit der Beamtinnen und Beamten werde ein zu geringes Gewicht beigemessen. Kritikwürdig sei auch die Interpretation der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Eine Beschwerde vor dem Straßburger Gerichtshof habe daher durchaus Aussicht auf Erfolg. Die Entscheidungsbesprechung von Dr. Thomas Klein wurde in Heft 10/2018 der Zeitschrift Arbeit und Recht (AuR 2018, 479-484) veröffentlicht.


Neue Monographie von Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter

Als Ergebnis des seit 2016 am IAAEU laufenden rechtsvergleichenden Projektes zu "strikes in essential services" ist soeben eine Monographie erschienen: M. Mironi/ M. Schlachter: Regulating strikes in essential services – a comparative "law in action" perspective, Wolters Kluwer 2018. Der Band enthält 14 Länderberichte zum Arbeitskampfrecht in unterschiedlichen Rechtssystemen, den gemeinsame Rechtsrahmen des Arbeitsvölkerrechts sowie ein rechtvergleichendes Schlusskapitel, und stellt damit den Ertrag des von der German-Israeli-Foundation (GIF) finanziell geförderten rechtsvergleichenden Projekts der Öffentlichkeit vor. Nähere Informationen sowie die Gliederung des Werkes finden Sie hier.


Arbeitsmarkteffekte von Gewerkschaften – zur Rolle einer ungleich verteilten Gewerkschaftsmacht

IAAEU-Ökonom Dr. Marco de Pinto und Prof. Dr. Jochen Michaelis von der Universität Kassel haben in einer kürzlich in der Zeitschrift Economic Modelling veröffentlichten Studie die Arbeitsmarkteffekte von Gewerkschaften (neuerlich) analysiert. In ihrem theoretischen Modell nehmen die Autoren die empirisch validierte Beobachtung auf, dass die Verhandlungsmacht einer Firmengewerkschaft maßgeblich von der Produktivität der Unternehmen abhängig ist. In Folge dessen können die Autoren zeigen, dass eine allgemeine Verbesserung der gewerkschaftlichen Verhandlungsposition, z.B. durch die Stärkung des Streikrechts, die Arbeitslosigkeit zwar erhöht, der Anstieg aber geringer ausfällt als im Referenzfall mit einheitlicher Verhandlungsmacht in allen Firmen. Die Heterogenität der Verhandlungsmacht senkt also ceteris paribus die Arbeitslosigkeit. Außerdem diskutieren die Autoren die Arbeitsmarkteffekte einer Handelsliberalisierung. Sind Gewerkschaften in produktiven Unternehmen besonders stark (schwach), so steigert (mindert) eine Handelsliberalisierung die Arbeitslosigkeit.


Neue Studie zu den Beschäftigungswirkungen von Tarifverträgen

In angelsächsischen Ländern ist das Beschäftigungswachstum in Firmen, in denen Gewerkschaften über Löhne und Arbeitsbedingungen verhandeln, deutlich niedriger als in Unternehmen ohne kollektive Lohnverhandlungen. Da Tarifverhandlungen in diesen Ländern eher auf Betriebsebene stattfinden, lassen sich die Resultate der entsprechenden Studien allerdings nicht uneingeschränkt auf andere Staaten übertragen. Laszlo Goerke (Trier) und Tobias Brändle (Tübingen) haben nun untersucht, ob sich ein Zusammenhang zwischen Tarifbindung und Beschäftigung auch für Deutschland feststellen lässt. Hier werden die Löhne für rund 50% der Beschäftigten durch Branchentarifverträge und für weitere 10% durch Firmenvereinbarungen bestimmt. Folglich wären die Konsequenzen des in England und den USA beobachteten Zusammenhangs für die gesamtwirtschaftliche Beschäftigung in Deutschland deutlich höher als in Ländern mit geringerer Tarifbindung.
In ihrer soeben im Scottish Journal of Political Economy veröffentlichten Studie zeigen die Autoren, dass das Beschäftigungswachstum in Firmen mit Tarifvertrag auch in Deutschland geringer ist als in Firmen ohne Kollektivverhandlungen. Jedoch ist der Effekt erheblich weniger ausgeprägt. Zudem finden sich keine Unterschiede zwischen Branchen- und Firmentarifverträgen. Weiterhin untersuchen die Autoren, ob die Tarifbindung ursächlich für das geringere Beschäftigungswachstum ist. Auch wenn Laszlo Goerke und Tobias Brändle die Frage letztlich nicht beantworten können, deuten ihre Resultate darauf hin, dass Tarifverträge nicht der Grund für die unterschiedliche Entwicklung sind. Vielmehr scheinen Unternehmen, in denen die Anzahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weniger stark zunimmt, eher tarifvertraglich gebunden sind als Unternehmen mit höherem Beschäftigungswachstum. Die Studie liefert also keine Belege dafür, dass die abnehmende Tarifbindung in Deutschland mit ursächlich für die momentan sehr gute Beschäftigungsentwicklung ist. Die Studie ist auch als IAAEU Discussion Paper 01/15 erschienen.


Wie viele Arbeitstage am Stück erlaubt das Unionsrecht?
Die Arbeitszeitrichtlinie sieht in Art. 5 eine grundsätzliche Mindestruhezeit von 24 Stunden "pro Siebentageszeitraum" vor, die zusätzlich zur täglichen Ruhezeit zu gewähren ist. In der Rechtssache C- 306/16 ("Maio Marques da Rosa / Varzim Sol - Turismo, Jogo e Animação, SA") hatte sich der EuGH nun erstmals mit dieser Regelung zu befassen. Der Gerichtshof verstand die Regelung dergestalt, dass die wöchentliche Ruhezeit nicht zwingend nach sechs aufeinanderfolgenden Arbeitstagen zu gewähren sei, und hält damit im Ergebnis auch abseits der in der Richtlinie vorgesehenen Ausnahmebereiche eine Aneinanderreihung von bis zu 12 Arbeitstagen für unionsrechtskonform. Dieser Auslegung widerspricht Dominik Leist in einer aktuellen Studie und vertritt dabei die Ansicht, dass der EuGH die gesundheitspolitische Dimension des Arbeitszeitrechts nicht angemessen würdigte. Auch habe der EuGH die sich stellenden Rechtsfragen nur partiell betrachtet und insbesondere die gebotene nähere Konkretisierung des Begriffes der "Siebentageszeiträume" im Hinblick auf deren Festlegung und die hierfür maßgebliche Betrachtungsweise unterlassen. Der Beitrag ist in der Zeitschrift für europäisches Sozial- und Arbeitsrecht (ZESAR), Ausgabe 08/2018, S. 338-341 erschienen.


Die Wie-Beschäftigung im Lichte einer sich wandelnden Arbeitswelt
In einem Beitrag für die Neue Zeitschrift für Sozialrecht (NZS) untersuchen Alexander Schneider (Wiss. Mit. IAAEU) und Dr. Thomas Spitzlei (Akad. Rat und Habilitand am Lehrstuhl Prof. Dr. Timo Hebeler, Universität Trier) die in § 2 Abs. 2 S. 1 SGB VII geregelte unfallversicherungsrechtliche Wie-Beschäftigung im Lichte einer sich wandelnden Arbeitswelt. Die Wie-Beschäftigung unterliegt vier Voraussetzungen, die durch das BSG schon im Jahre 1957 herausgearbeitet wurden: Es muss sich bei der in Rede stehenden Tätigkeit (1.) um eine ernstliche, einem fremden Unternehmen dienende Tätigkeit handeln, die (2.) dem wirklichen oder mutmaßlichen Willen des Unternehmers entspricht, die (3.) sonst von Personen verrichtet wird, die zum Unternehmer in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit stehen, wobei (4.) die Tätigkeit unter Umständen zu erfolgen hat, die denen eines Beschäftigungsverhältnisses ähnlich sind. Die vierte Voraussetzung verlangt im Hinblick auf die zum Unfall führende Tätigkeit eine dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugängliche Beschäftigung. Die Autoren legen dar, warum das Abstellen auf den "allgemeinen Arbeitsmarkt" als Voraussetzung des § 2 Abs. 2 S. 1 SGB VII in einer modernisierten Arbeitswelt nicht mehr zielführend ist. Unter Auswertung neuerer Judikate zum sog. "Dog-Sitting" sowie zu den Reittier-Fällen werden argumentative Widersprüche in der Rechtsprechung aufgezeigt. Zudem werden rechtsstaatliche Bedenken gegen diese Spruchpraxis geäußert. Die Verfasser sind letztlich der Auffassung, dass das vierte Kriterium aufgrund einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt zukünftig von der Rechtsprechung aufgegeben werden sollte. Der Aufsatz (NZS 2018, 633 – 638) ist ebenfalls über beck-online abrufbar.


Arbeitsrechtliches Praktikerseminar 2018
Am 19.-20.07.2018 fand das diesjährige arbeitsrechtliche Praktikerseminar unter Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Monika Schlachter am Bundessozialgericht in Kassel statt. Eröffnet wurde das Seminar durch den Referenten RA Rolf-Christian Otto, der sich in seinem Vortrag mit der "Vergütung von Betriebsratsmitgliedern" auseinandersetzte. Anschließend befasste sich Dr. Thomas Klein mit den im Koalitionsvertrag geplanten Neuregelungen des Befristungsrechts, überprüfte sie auf ihre Verfassungsmäßigkeit und stellte einen eigenen Vorschlag zur Umsetzung der Änderungen vor. Abgeschlossen wurde das Seminar von Dominik Leist mit einem Vortrag zum Thema "Kollektivverträge für Plattformbeschäftigte", in dem verfassungsrechtliche und einfachgesetzliche Regelungen zur kollektiven Vereinigung von Crowdworkern dargestellt und die Anwendung europäischer und nationaler Kartellverbote diskutiert wurden.


Forschungskooperation mit Dr. Ulrich Zierahn
Vom 23.-25.07.2018 war Dr. Ulrich Zierahn als Gastwissenschaftlicher am IAAEU aktiv. Er ist als Senior Researcher am ZEW beschäftigt. Während seines Aufenthalts arbeitete Herr Zierahn zusammen mit Dr. Marco de Pinto am gemeinsamen Drittmittelprojekt "Local labour markets – The causes and consequences of spatial differences in labour market outcomes across cities in France and Germany". Hier untersuchen die Forscher die durch zunehmende internationale Verflechtungen bedingte Reallokation der Arbeitskräfte.


Projekt-Workshop "Crowdsourcing als neue Form der Arbeitsorganisation"
Am Donnerstag, den 12.07.2018, veranstaltete das IAAEU gemeinsam mit MitarbeiterInnen der Universität Bremen den Projekt-Workshop "Crowdsourcing als neue Form der Arbeitsorganisation" im Max-Weber-Raum des Institutes. Ziel des Workshops war die interdisziplinäre Auseinandersetzung und gemeinsame Diskussion aktueller Fragestellungen zum Crowdsourcing aus juristischer und ökonomischer Perspektive. Eröffnet wurde der Workshop von Dr. Thomas Klein mit dem Vortrag "Einführung der rechtliche Problemstellung - Mindestentgelt für Crowdworker de lege ferenda?". Hierbei stellte Dr. Thomas Klein zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen und Ausgestaltungsmodelle der Vertragsbeziehungen von Crowdworker dar um in einem zweiten Schritt die Frage aufzuwerfen, ob bestehenden gesetzlichen Regelungen ein Mindestentgelt für den Crowdworker begründen können. Anschließend beschäftigte sich Lisa Nagel mit der Frage "Does Group Identification Effect the Performance of Crowdworkers?", wobei sie untersuchte inwieweit eine Identifikation des Crowdworkers mit der Plattform die Arbeitsleistung beeinflussen kann. Katrin Treppschuh arbeitete in ihrem Vortrag "Arbeitsrechtliche Einordnung von Crowdworkern in der US-amerikanischen und britischen Rechtsprechung" anhand vier verschiedener britischer und US-amerikanischer Urteile heraus, welche rechtliche Stellung der Crowdworker in den jeweiligen Rechtssystemen einnimmt. Den ersten Teil des Workshops schloss Eliza Stenzhorn mit dem Vortrag "How does Platform Design and Competition Affect the Welfare Distribution among Crowdworkers, Crowdsourcers and Platforms?" ab, wobei sie sich insbesondere mit der Übertragbarkeit der Online-Reputation des Crowdworkers zwischen den Plattformen und deren Vor- und Nachteile auseinandersetzte. Zu Beginn des zweiten Teils führte Dominik Leist mit seinem Beitrag "Kollektivverträge für Plattformbeschäftigte" in das Thema zurück, wobei er zunächst verfassungsrechtliche und einfachgesetzliche Regelung zur kollektiven Vereinigung der Crowdworker aufzeigte und des Weiteren die Frage aufwarf inwieweit das europäische Kartellrechtsverbot hierbei eine Rolle spielen kann. Der Workshop wurde von Prof. Dr. Lars Hornuf mit einem Vortrag zum Thema "Crowdsourced Innovation: How Community Managers Affect Crowd Activities" abgeschlossen. Die einzelnen Vorträge wurden jeweils mit einer inhaltlich vertiefenden Diskussion der TeilnehmerInnen beendet.

 

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Impressionen  des Workshops


 

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